Review: Kameraschutzhüllen von easycover im Test

Wer seine Kamera oft im Einsatz hat, wird bemerken dass es oft einfach unvermeidbar ist, an irgendwelchen Gegenständen anzuecken. So sehr man auch auf das Equipment auch acht gibt, zumindest optische Abnützungen sind schon bald bemerkbar. Besonders wenn man sich zusätzlich in extreme Situationen mit Nässe, Schmutz oder Staub begibt. Nun ja, eigentlich sind das nicht nur “extreme” Situationen, denn wer wer schon mal im Spätfrühling Blumen fotografiert hat, der weiß wie sehr sogar Blütenstaub eine Kamera verschmutzen kann…

Ich habe meine EOS 6D nun seit knapp einem Jahr im Einsatz, und war damit um den halben Globus unterwegs. Und dieses Jahr sieht man der Kamera auch deutlich an. Einige Kratzer und abgescheuerte Stellen zieren den Canon Body. Auch eine Taste hat seit einer übersehenen Welle in Sri Lanka eine Fehlfunktion. Auch wenn man wirklich achtsam auf sein Equipment ist, oft ist ein Anecken einfach unvermeidbar.

Eine Lösung für dieses Problem verspricht der holländische Equipmenthersteller easycover. Zu Testzwecken wurden dem tricky.pics Team drei Schutzhüllen für Canon Spiegelreflexkameras (EOS 6D, EOS 700D und EOS 1200D) zur Verfügung gestellt. Also testeten wir die Schutzhüllen auf Herz und Nieren (bzw. eigentlich auf Funktionalität und Brauchbarkeit).

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First Impression

Wir beginnen mit dem Auspacken – der erste Eindruck erweckt gemischt Gefühle. Die Vorfreude endlich einen besseren Schutz für den DSLR-Body zu haben wird ein bisschen durch den penetranten chemischen Gummigeruch (die Weichmacher lassen grüßen!) getrübt. Die gute Nachricht: Der Geruch ist bald verflogen, und die Weichmacher sind wohl notwendig um die Schutzhülle um den Body der Spiegelreflex zu bekommen. Das Überziehen der Plastikhüllen funktioniert nicht bei allen Modellen gleich gut. Bei den “kleinen” Bodys der 700D und 1200D ist es überhaupt kein Problem, und die farbigen Hüllen (Rot bei der 700D, Camoflage bei der 1200D) haben auch sofort eine gute Passform. Bei der 6D sieht das ganze schon wieder ein bisschen anders aus, denn durch die Mehrzahl an Steuerungsbuttons muss auch die Gummihülle größere Löcher für die Bedienung aufweisen. Dies Erschwert das überziehen, besonders im Bereich des Suchers. Auch die Passform ist nicht so ideal wie bei den kleineren DSLRs. Dennoch sind die wichtigsten Ecken und Kanten nun vor Schlägen, Staub und Spritzwasser geschützt, was ja der Sinn der easycover Hülle ist.

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Gewöhnungsbedürftig aber hilfreich

Der erste Eindruck ist natürlich ungewohnt. Im Vergleich zum hochwertigen Gehäuse fühlt sich der Gummiüberzug natürlich sehr billig an. Doch genau wie beim Geruch vergeht dieser billige Eindruck schon bald. Rein vom Angreifen fällt es bald nicht mehr auf, dass man nun eine Schutzhülle um das Gehäuse hat.

Das größte Manko der Schutzhülle ist aber die Bedienbarkeit der Knöpfe. Denn wie man sich vorstellen kann, lässt sich ein Knopf ungemein schwerer Betätigen, wenn die ein Milimeter dicke Gummischicht darüber liegt. Zwar sind die Knöpfe perforiert, allerdings sind besonders die kleinen Buttons an der Oberseite (An der 6D z.B. ISO und Autofokusmodus) wirklich schwer zu betätigen. Auch für das Drücken des Auslösers benötigt man ungemein mehr Kraft, was wohl die größte Umstellung am Anfang ist. Ich dachte mir bei den ersten Auslösungen ich würde mir den Finger verstauchen, auch wenn dieses Gefühl wohl stark übertrieben war. So weit die ersten Eindrücke und Tests – aber wie sieht das ganze im Langzeitgebrauch aus?

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Die Hülle im Langzeittest

Ich hatte (und habe!) die Schutzhülle nun seit April auf den Kameras, wobei ich vor allem die EOS 6D benutzte. Ich hatte die Kameras in Kroatien, auf Konzerten, bei Natur und Portraitshootings im Einsatz und kann mir die Hülle im Moment eigentlich nicht mehr von meiner Kamera wegdenken. Es gab mehr als eine Situation wo die Hülle die Kamera vor einem Anecken an harte Oberflächen geschützt hat. Zusätzlich ist die Hülle ein wirklich guter Schmutzfang, und das Gehäuse wird durch verdreckte Hände (die bei Shootings in der Natur allzu oft vorkommen) nicht so schnell abgegriffen. Dies konserviert die Kamera und reduziert auch den Langzeitwertverlust. Ich vermute dass sich die Hülle alleine schon dadurch rechnet, dass der Body länger frei von Kratzern und Scheuerstellen bleibt. An das schwerere Drücken des Auslösers hab ich mich bereits gewöhnt, auch die meisten anderen Tasten lassen sich Problemlos bedienen. Lediglich die Tasten an der Oberseite sind ein wenig kniffliger zu bedienen und erfordern hin und wieder ein bisschen Nachdruck mit den Fingernägeln. Aber eben kein Vorteil ohne Nachteil. Für mich persönlich überwiegen ganz klar die Vorteile, weshalb die Hülle auch in nächster Zeit auf meiner Kamera bleiben wird.

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Auch das Befestigen der Kamera an Stativen ist durch die Hülle nicht beeinträchtigt, da der Gummi an der Unterseite des Bodys einfach beiseite gedrückt werden kann, und so ein reibungsloses Fixieren möglich ist. Ich hatte die 6D samt Hülle schon einige male mit meinem Travelstativ (den Test zu diesem gibt’s hier) im Einsatz und konnte keinen Unterschied feststellen. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Kamera auch ohne schlechtes Gewissen an rauen und dreckigen Oberflächen abgestellt werden kann, wenn gerade kein Stativ zur Hand ist (wie es z.B. am folgenden Bild gemacht wurde).

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Fazit:

Zwar fühlen sich die Kameras durch die Schutzhüllen etwas billiger an, und auch manche Knöpfe sind schwerer zu bedienen, aber der Schutz der Kamera gegen Schmutz und Schläge ist schon ein großer Vorteil der easycover Produkte. Gewöhnt man sich einmal an das veränderte Handling der Kamera, überwiegen klar die Vorteile der Hülle. Übrigens: Jeder und Jede, die sich schon mal aus versehen mit der Kamera gegen da Knie, den Ellbogen oder ein anderes Köperteil geschlagen hat, wird froh sein, dass die dämpfende Wirkung auch in die andere Richtung wirkt!

 

 

 

 

 

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