Lange nach dem letzten Schlusspfiff

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Blogartikel über einen Eintagestrip mit meinen Travelbuddies Kathi und Opie in die nette tschechische Großstadt Brünn stehen. Aufgrund des Schlechtwetters wurde der Plan zum Blogbeitrag allerdings vorübergehend ad Acta gelegt. Dies entschied ich aber erst, als wir an der Zieldestination angekommen waren und der strömende Regen keinen Anschein machte in den nächsten Stunden weniger zu werden. Also musste schnell ein neuer Plan her. Aus diesem Grund zog ich mich mit Opie und Kathi in die nächste Kneipe zurück, um einen Plan B aus dem Ärmel zu zaubern. Und tatsächlich hatte ich den besagten Plan B in der Hinterhand. Denn bei meiner Vorabrecherche in Google Maps stolperte über ein ziemlich interessantes Objekt. Nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich ein verlassenes Fußballstadion, das meiner Recherche zufolge schon seit 2001 leer steht. Da es hier einige überdachte Bereiche gibt, schien dies eine spontane und gute Option zu sein.

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Tatsächlich war das Stadion leicht zu erreichen und auch ohne Absperrung oder Hinweistafel betretbar (zumindest wäre mit keine aufgefallen). Die Betonstruktur schien wie für die Ewigkeit gemacht und weitgehend unverändert, doch an vielen Stellen holte sich die Natur bereits den Platz zurück. So mutierten die Tribünen in den letzten 15 Jahren wieder zu einem kleinen Wald. Lediglich der Rasen schien tatsächlich noch gepflegt und bespielbar zu sein. Diese atemberaubende und etwas gespenstische Kulisse nutzte ich, um einge Portraitfotos meiner Travelbuddies zu machen. Die Wirkung vor den leeren Rängen und den heruntergekommen Tribünen war einzigartig. Einer der wenigen Situationen, wo ich mein Canon 17-40L Weitwinkelobjektiv auch für Portraits nutzte, um möglichst viel der Umgebung in einem Bild einzufangen.

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TAKE NOTHING BUT PHOTOS, LEAVE NOTHING BUT FOOTSTEPS

Beim Erkunden der Location galt für uns die goldene Regel der Urban Explorer: Nimm nichts mit, außer die Fotos, die du machst, hinterlasse nichts außer Fußabdrücke. Dies gilt eigentlich für alle Bereiche der Fotografie, aber ich möchte es trotzdem in diesem Kontext erwähnen. Auch wenn ein Platz bereits seit langem verlassen ist, sollte er dennoch nicht Ziel von unnötigem Vandalismus werden.

Nachdem wir einige absolut beeindruckende Fotos von der Location gemacht hatten, war es auch wieder Zeit für uns, den Heimweg anzutreten. Natürlich kam auch in diesem Moment der Wetterumschwung und wir fuhren bei strahlenden Sonnenschein in Richtung Heimat. Dennoch der Beweis, schlechtes Wetter ist niemals eine Ausrede um nicht fotografieren zu gehen.

 

 

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